Fr
29
Jul
2011
Straßen
Die Straßen in Paraguay sind auch ein ganz spezielles Thema .
Asphaltierte Straßen sind absolut in der Minderheit. Ein paar wichtige Verbindungsstraßen, sogenannte Rutas, die durchs ganze Land führen sind die besten Straßen. Sie werden von privaten Institutionen gepflegt und man muss auch etwas Moud für das Befahren bezahlen.
An unserem Haus vorbei führt der Weg zu Paraguay´s höchstem Wasserfall, dem Salto Suizo. Bestimmt nicht unbedingt ein Touristischer Ort wie man ihn in sich als Deutscher vorstellt, aber wegen seiner Natürlichkeit doch etwas Besonderes.
Schon viele Gelder sind in der vergangenen Zeit auf unserer Ortsverwaltung eingegangen um den Weg dort hin in Stand zu halten. In den vergangenen Jahren gingen auch viele Spendengelder unter anderem aus Italien und Japan ein.
Doch die Gelder verschwanden, wie so oft, in undurchsichtigen Kanälen.
Am vergangenen Wochenende kam ein Erlass von Asuncion heraus, dass sich unser Bürgermeister dem Rathaus fern zu halten hat. Mehrere Hundert oder gar Tausend Millionen Guaranies, seien mal wieder verschwunden.
Vor etwa 2 Jahren gab es dieses Problem unter diesem Bürgermeister schon einmal. Damals wurde fast das ganze Rathauspersonal ausgewechselt und der Bürgermeister durfte ungestraft bleiben und sich hinter her sogar wieder zur Wahl stellen.
Er wurde auch wieder gewählt!
Stellt sich die Frage, ob dies nur der Bestechungsgelder wegen möglich gewesen war, oder ob die Gemeindemitglieder einfach begeistert sind von diesem Mann.
Mit Sicherheit ist dem Paraguayer die Hose näher als das Hemd, sprich er tut das, was im jetzt gleich zu etwas mehr Wohlstand verhilft, egal was hinter her folgt! Wobei diese Denkensart bestimmt nicht nur ein paraguayisches Phänomen, sondern weltweit stark verbreitet ist!
Nun war es aber doch zu viel mit den verschwundenen Geldern und einige der Geldspender haben wohl Anzeige erstattet. Eine Kommision soll nun prüfen, wo das fehlende Geld hin gekommen ist.
Es wird gemunkelt, der Bürgermeister hätte in letzter Zeit wohl eine oder gar mehrere Estancien im Chaco gekauft!? Vermutlich wird es am Ende eben so sein wie schon eigentlich immer in der Vergangenheit. Das Geld ist weg und der Herr Bürgermeister muss seinen Platz räumen, für den nächsten, der dann mehr oder weniger absahnt!
Da ich nur Gast hier in diesem Lande bin, darf und will ich mich darüber nicht auslassen oder aufregen. Korrupte Politiker gibt es über all, hier sind sie vielleicht etwas offensichtlicher!
Das Schöne an der ganzen Sache ist nun, dass die Gobernacion (steht über den Gemeinden) sich der Straßen bei uns angenommen hat. Und so sind am Montagmorgen gleich zwei große Wegmaschinen bei uns am Schieben gewesen.
Leider ist das ja auch immer so eine zweischneidige Sache, denn nur durch abschieben ist der Weg noch lange nicht und schon gar nicht dauerhaft verbessert. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit unserem Nachbar, die Straße vom Dorf bis zu uns (ca. 1,5 km) mit etwas zusätzlichem Aufwand noch mal bearbeitet und verbessert, damit sie etwas länger als nur bis zum nächsten Regen gut befahrbar bleibt.
Eine andere Variante ist das Pflastern von Straßen, was hier anstatt asphaltieren auch sehr gerne gemacht wird. Ohne wirklichen Unterbau und mit kleinstmöglichem finanziellem Aufwand werden diese Straßen gepflastert, was zur Folge hat, dass schon die ganz neuen Straßen die reinsten Hoppelpisten sind. Auf dieser neu gemachten Pflasterstraße liegt auch diese Brücke welche nun bald der Vergangenheit angehören soll. Daneben wird nun eine Betonbrücke gebaut. Diese ganzen Bauprojekte sind hier in PY einfach nie von Anfang bis Ende richtig durchgedacht und schon gar nicht technisch Einwandfrei durchgeführt.
Aber immerhin ist solch eine Pflasterstraße schon ein großer Fortschritt, denn diese ist eigentlich immer befahr, auch bei Unwetter bzw. Regen!
Kommentare: 3
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#1
Sieht ja noch schlimmer aus als bei uns in Malaysia... ;) Aber diese rote Erde haben wir hier auch! Sehr interessanter Beitrag! Lg, Simone
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#2
Ein sehr interessanter Eintrag! Da haben wir ja in D super Strassen, obwohl die im letzten Winter arg gebeutelt wurden...
Ja, leider gelangen Spendengelder nicht immer an die richtige Stelle.
Noch schlimmer finde ich es ja, wenn die Spendengelder in Afrika nicht bei der hungernden Bevölkerung ankommen!
Liebe Grüße in die Ferne von InneVer -
#3
boah, das waren Zeiten :) Aber ähnliche Bilder hab ich auch mal gemacht, http://fschlichting.blogspot.com/2010/03/pavimentacion-de-la-ruta-10-las.html ist mittlerweile schon asphaltiert, die Qualität ist aber noch fraglich :D
LG
Friedbert
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